Die Evangelische Landeskirche in Baden, der Caritasverband Hamm e.V. sowie das Evangelische Kreiskirchenamt Sauerland-Hellweg der Evangelischen Kirche von Westfalen wurden als Sieger des KVI Innovationspreises 2026 prämiert
Mainz, 18. Juni 2026. Auf der Abendgala der Auftaktveranstaltung des KVI Kongresses 2026 wurden am 17. Juni im Erbacher Hof in Mainz die Sieger des KVI Innovationspreises 2026 prämiert.
Dritter Sieger des KVI Innovationspreises 2026 wurde das Evangelische Kreiskirchenamt Sauerland-Hellweg der Evangelischen Kirche von Westfalen für das Projekt „Digitaler Eingangsrechnungsprozess für Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende".
Als zweiter Sieger wurde der Caritasverband Hamm e.V. für das Projekt „TAGEA - Vernetzt beraten - von der Idee zur Caritas-App“ prämiert.
Die Evangelische Landeskirche in Baden wurde für das Projekt „Transformation der Verwaltungsämter“ als erster Sieger ausgezeichnet.
Der KVI Innovationspreis würdigt Jahr für Jahr herausragende und nachhaltige innovative Leistungen mit Vorbildcharakter für andere Bistümer, Landeskirchen sowie kirchliche und kirchennahe Organisationen. Die drei vom KVI Beirat prämierten Projekte dokumentieren eindrucksvoll die Innovationskraft der Organisationen in Kirche und Sozialwirtschaft.
Die Preisträger des KVI Innovationspreises 2026 und einige Vertreter des KVI Beirats, Abb.: Patricia C. Lucas/interim2000
Dem ersten Sieger wurde ein Kristallglasaward, der in einer heimischen Glasmanufaktur hergestellt wurde, sowie eine Urkunde überreicht. Der zweite und dritte Sieger erhielt jeweils eine künstlerisch gestaltete Urkunde.
Herzlichen Glückwunsch an die Projektverantwortlichen, -benennenden und -mitwirkenden.
Stimmen der Sieger
Evangelische Landeskirche in Baden
„Die Evangelische Kirche in Baden mit ihren rund 500 Kirchengemeinden/Kirchenbezirken und Diakonischen Werken bringt sich als Glaubensgemeinschaft in unsere Gesellschaft ein, um das Evangelium zu verkündigen und praktisch erlebbar zu machen – zum Beispiel in der Seelsorge, bei Taufen und Hochzeiten oder in Kindertagesstätten.
Um diesen Auftrag gut erfüllen zu können, braucht es auch die Unterstützung durch eine starke, verlässliche und kompetente Verwaltung. Insofern hat das Projekt ‚Transformation der Verwaltungsämter‘ für die ekiba eine zentrale Bedeutung. Aus 14 Verwaltungseinheiten mit unterschiedlichen Abläufen und Teamgrößen werden 3 etwa gleich große Dienstleistungszentren mit einheitlichem Aufbau und standardisierten Abläufen, optimal eingebettet in leistungsfähige Softwarelösungen. Davon erhoffen wir uns auch verbesserte Möglichkeiten in der Personalgewinnung und -entwicklung, eine bessere Resilienz gegen Ausfälle und Ruhestandseintritte, eine Verringerung des Verwaltungsaufwands, und vor allem: eine noch bessere und passgenauere Unterstützung von Haupt- und Ehrenamtlichen vor Ort.“, so Oberkirchenrat Martin Wollinsky.
„Als Evangelische Landeskirche in Baden stehen wir in einem großen Transformationsprozess. Kirchliche Verwaltungsstrukturen müssen verändert werden. Diesen Wandel wollen wir gestalten und mutig angehen. 2023 sind wir mit Verwaltungsprozess gestartet. Heute können wir sagen: Mit der Gründung der 3 Dienstleistungszentren ist nicht nur ein Etappenziel erreicht, sondern wir haben bewiesen, dass Veränderung gelingt, wenn wir sie gemeinsam angehen.
Wir wissen, dass weitere entscheidende Wegabschnitte vor uns liegen: Maßnahmen in den Bereichen Digitalisierung, Standardisierung und Prozessoptimierung wurden bereits angestoßen und müssen jetzt konsequent umgesetzt werden.
Unser gemeinsames Ziel ist es, Verwaltungskosten mittel- bis langfristig zu senken, ohne die Servicequalität zu beeinträchtigen. Darum gehen wir mutig und engagiert weiter. Wir sind überzeugt: Kirche 3.0 braucht Verwaltung 3.0.“, so Kirchenrat Andreas Maier, Abteilungsleiter Gemeindefinanzen.
Caritasverband Hamm e.V.
„Die Zukunft sozialer Arbeit entscheidet sich nicht allein an der Frage, welche Technologien wir nutzen, sondern wofür wir sie einsetzen. Mit TAGEA haben wir eine digitale Plattform geschaffen, die Kommunikation vereinfacht, Teilhabe stärkt und Menschen miteinander verbindet. Damit folgen wir einem Leitgedanken, den auch Papst Leo XIV. in seiner aktuellen Enzyklika zur Künstlichen Intelligenz formuliert: Technologie muss dem Menschen dienen. Dass dieses Projekt nun bundesweit ausgezeichnet wird, freut uns sehr. Zugleich verstehen wir die Auszeichnung als Auftrag, unsere Erfahrungen zu teilen und die Entwicklung sozialer Innovationen weiter voranzutreiben, damit auch andere Verbände und Organisationen von den Möglichkeiten profitieren können, die in Hamm entstanden sind.“, so Elmar Marx, Vorstand.
„TAGEA ist aus einem ganz konkreten Bedarf heraus entstanden: Wir wollten vor allem Mitarbeitende besser erreichen und vernetzen – insbesondere dort, wo Informationen bisher nicht immer einfach zugänglich waren, etwa weil kein regelmäßiger digitaler Zugang oder keine dienstliche E-Mail-Adresse vorhanden ist. Heute verbindet die Plattform unsere Mitarbeitenden aus unterschiedlichsten Arbeitsfeldern und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit Klientinnen, Klienten und Familien. Besonders wichtig ist mir, dass digitale Lösungen nicht ausgrenzen, sondern Brücken bauen. Die Möglichkeiten der mehrsprachigen Kommunikation und die Weiterentwicklung der Plattform zeigen, welches Potenzial für soziale Arbeit darin steckt.“, so Margit Heile, Fachbereichsleitung Schule, Jugendberufshilfe und Arbeitsmarktprojekte sowie Projektverantwortliche.
„Für uns als Arbeitgeberin steht immer die Frage im Mittelpunkt: Wie können wir den Arbeitsalltag unserer Mitarbeitenden einfacher gestalten? Mit TAGEA schaffen wir digitale Zugänge zu Informationen, Dokumenten und Personalprozessen, die schnell, sicher und unkompliziert nutzbar sind. Gleichzeitig stärkt die Plattform die Verbundenheit innerhalb unseres Verbandes. Dass dieser Ansatz nun mit dem KVI Innovationspreis ausgezeichnet wurde, ist eine besondere Anerkennung für die gemeinsame Arbeit vieler Kolleginnen und Kollegen, die die digitale Entwicklung der Caritas Hamm aktiv mitgestalten.“, so Regina Regel, Leiterin Personal.
Evangelisches Kreiskirchenamt Sauerland-Hellweg der Evangelischen Kirche von Westfalen
„Unser Ziel des Projektes ‚Digitaler Eingangsrechnungsprozess für Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende‘ war es von Anfang an, den Prozess nicht nur digital abzubilden, sondern spürbar zu verbessern. Ein konkretes Beispiel: Während Rechnungen früher oft ein bis drei Wochen unterwegs waren, können sie heute in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage bearbeitet werden. Damit haben wir die durchschnittliche Durchlaufzeit um mehr als 50 Prozent reduziert. Gleichzeitig erreichen wir eine deutlich geringere Fehlerquote in der Buchung und können Skontofristen nun regelmäßig nutzen. Bei rund 46.000 Rechnungen pro Jahr bedeutet das nicht nur eine spürbare Zeitersparnis für die Mitarbeitenden, sondern auch konkrete finanzielle Vorteile für unsere Einrichtungen. Das Projekt haben wir als Pilotverwaltungsamt für die Evangelische Kirche von Westfalen durchgeführt. Durch den Rollout in alle Verwaltungsämter und insbesondere durch die Auszeichnung als 3. Sieger des KVI Innovationspreises 2026 erfährt das Projekt eine Auszeichnung und Wertschätzung, was uns sehr freut. Es ermutigt uns, am Thema Digitalisierung intensiv weiterzuarbeiten.“, so Bernd Göbert, Verwaltungsleitung.
Über die KVI Initiative und den KVI Innovationspreis
Die KVI Initiative - Kirche, Verwaltung & Information greift seit ihrer Gründung in 2004 Jahr für Jahr aktuelle und zukunftsweisende Themen auf, um verwaltungsorientierten Führungskräften in Kirchen, kirchlichen und kirchennahen Organisationen neue Impulse für ihre tägliche Arbeit zu geben.
Sie erfüllt die Funktion einer produkt-, verbands-, und arbeitsfeldübergreifenden Plattform für den Erfahrungsaustausch der Führungskräfte, stellt einen regelmäßigen Dialog mit Experten und der Wissenschaft her und bildet eine Brückenfunktion zwischen anbietenden Unternehmen und dem Sektor Kirche & Sozialwirtschaft.
Der KVI Innovationspreis wird jährlich vom Beirat der KVI Initiative - Kirche, Verwaltung & Information vergeben. Er würdigt herausragende und nachhaltige innovative Leistungen mit Vorbildcharakter für andere Bistümer, Landeskirchen sowie kirchliche und kirchennahe Organisationen.
Trägergesellschaft der KVI Initiative ist die interim2000 GmbH, die seit über 20 Jahren im Dienst für Kirche und Sozialwirtschaft tätig ist.
Kontakt: Peter S. Nowak, Sprecher der KVI Initiative, Tel. mobil: 01 73 – 855 83 44, EMail: pnowak@kviinitiative.de, Web: www.kviinitiative.de